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UBV fordert Direktförderung für den Arbeitsplatz Bauernhof

Faktum ist: Landwirtschaftskammern und Agrarministerium, die allesamt bereits seit Jahrzehnten von Vertretern des ÖVP-Bauernbundes geführt werden, sind maßgeblich für das Bauernleid im Lande verantwortlich. Mit Unterstützung der Funktionäre wurden unserer Agrarbetriebe zu Tode reformiert. Alleine in der Steiermark mussten in den  letzten 15 Jahren knapp 30.000 Betriebe ihre Höfe aufgeben. Ein Alarmsignal für das ganze Land und für den gesamten ländlichen Raum! 

Seit dem EU-Beitritt Österreichs gibt es in der Landwirtschaft kein Produkt, das heute mehr Erlös bringt als vor 30 Jahren, sei es je Kilogramm, je Liter, je Stück oder je Festmeter gerechnet. 

 

Auch die Folgen des Russland-Embargos für Österreich haben SPÖ und ÖVP zu verantworten! Die Zeche dafür zahlen in erster Linie unsere Landwirte, die Obst, Milchprodukte und Fleisch erzeugen, denen Russland als riesiger Markt weggebrochen ist.

 

Das Bauernleid muss endlich ein Ende haben! Daher fordert der UBV zur wirtschaftlichen Rettung und Stabilisierung unserer Bauernhöfe eine Direktförderung für den Arbeitsplatz Bauernhof. Wir brauchen jetzt ein „Arbeitsmarktpaket für das Land“. Denn wir wollen so viele Arbeitsplätze als möglich in der Landwirtschaft erhalten.  Nur so können wir im ländlichen Raum weiterleben und wirtschaftlich überleben.

 

Unsere Bäuerinnen und Bauern wurden leider von den Mächtigen über Jahre hinweg vergessen und verraten. Doch der UBV weiß, wie wichtig unsere Bäuerinnen und Bauern für den ländlichen Raum sind. Der UBV will daher eine neue Politik für die Menschen am Lande machen und diese einläuten. Dafür ist dringend ein politischer Kurswechsel notwendig.

 

 

Es muss anders werden in der LK!

Die Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark ist hochgradig schwarz verfilzt. So finanziert die LK jede Woche mehrere Seiten in der ÖVP-Bauernbundzeitung NEUES LAND. Das ist als Parteienfinanzierung zu werten und muss – so die Forderung des UBV – sofort abgestellt werden! Auf der Strecke bleibt auch eine unabhängige Beratung. Auf der Strecke bleibt Euer Einkommen und Eure Zukunft!


Der inhaltliche Schwerpunkt der LK muss es sein, neue Produkte mit zu entwickeln und neue Vermarktungssysteme mit zu etablieren, damit neue Zusatzeinkommen geschaffen werden. Ziel muss es sein eine höhere Wertschöpfung zu erreichen, die es ermöglicht, am Markt einen mehr als Kosten deckenden Preis zu erzielen. 

 

Die SPÖ übte bisher eine der ÖVP-Mehrheit gegenüber gefügige Kontrolle im Kontrollausschuss aus, in dem die Sozialisten den Vorsitz führten. Wir fordern stattdessen eine seriöse, kritische und unabhängige Kontrollausschussführung, die keine Tabus kennt.

 

Wir fordern, dass die LK ausschließlich überparteilich arbeitet und sich aus den Klauen der Parteilichkeit, die Befangenheit und mangelnde Objektivität hervorruft, endgültig löst.

 

Der UBV fordert:

  • Die LK darf keiner Partei mehr gehören. Sie muss muss wieder einzig und allein uns Mitgliedern gehören.
  • In der LK muss endlich Objektivität und vollständige Transparenz einkehren.
  • Wir wollen eine innovative LK, die sich zentralen Anliegen ihrer Mitglieder zur Aufgabe macht und diese Kernaufgaben erfolgreich wahrnimmt und erfüllt 

 

Und eines muss auch klar sein: 

Wir lassen nicht mehr zu, dass mit einer Walze vom Agrarmister Rupprechter abwärts über uns 
d´rüber gefahren wird!

Bauernleid durch gesetzliche Regulierungsflut.

Ein Land mit blühenden Wiesen und Feldern wird immer wieder aufs Neue durch aktive Tiere haltende Acker- und Grünland-Bauern geschaffen. Von diesen Bildern profitiert auch unser Tourismus sehr.

 

Die Landesgesetzgebung in der Steiermark torpediert jedoch mit ihren Regelungen im Bau- und Umweltgesetz – diese wurde mit den Stimmen der SPÖ, KPÖ und Grünen beschlossen - jede wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer bäuerlichen Betriebe. Jetzt hätte die ÖVP und die FPÖ die Möglichkeit im Landtag Steiermark dies zu korrigieren, doch nichts geschieht hierzu! Ja gar das Gegenteil passiert, wenn z. B. Agrarlandesrat Seitinger unseren Bauern regelmäßig in den Medien ausrichtet, dass sie die Umwelt vergiften und Massentierhalter wären.

 

So ist es leider ein Faktum, dass wirtschaftlich notwendige bauliche Veränderungen in unseren Bauernhöfen de facto auf Grund eines Wusts an Auflagen des Landes Steiermark verhindert werden. Unsere Betrieben bleibt dadurch der Reihe nach die notwendige Luft zum Atmen weg. Der UBV fordert daher dringend eine Revision des Bau- und Umweltgesetzes im Landtag Steiermark.

 

Liebe Landsleute! Bedenken wir: Ohne Tiere haltende Betriebe werden tausende Arbeitsplätze im Lande vernichtet. Der UBV will diesen Unfug stoppen! Denn wir wollen nicht, dass Fleisch- und Wurstwaren, die wir benötigen, im Ausland produziert und von dort auf weiten Transportwegen zu uns ins Land geschafft werden.  

 

 

Situation Milch

Die Situation bei Milchbauern ist sehr dramatisch. Die Milchpreisentwicklung ist existenzbedrohend. Das trifft die Bauern in schwierigen Produktionslagen, wie die Bergbauern ganz besonders. Wir brauchen im Grunde einen Erzeugermilchpreis von mindestens 40 Cent plus. Der Absturz des Milchpreises bis fast schon auf 20 Cent ist ein Todesstoß für die Milchbauern – europaweit.

 

Aus der Sicht des Unabhängigen Bauernverbandes UBV ist daher ein freiwilliger Lieferverzicht ein Ansatz, damit man aus dem Tal der Tränen bei der Milchproduktion wieder heraus kommt.

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„Der EU-Milchmarkt ist überschwemmt, die Preise stürzen ab. In einigen Ländern sind sie schon nahe der 20 Cent-Marke. Ohne eine Reduktion der Produktion wird sich der Markt weiter rapide verschlechtern. 

Daher fordert der UBV einen EU weiten Produktionsrückgang, wie dies auch vom  Vorsitzende des European Milk Board (EMB), Romuald Schaber in Brüssel unmissverständlich verlangt wurde. 

Als Steuerungsmitteln sollte man dazu das Marktverantwortungsprogramm (MVP   siehe Homepage) anwenden, das unter anderem Bonuszahlungen für freiwillige Produktionskürzungen der Erzeuger vorsieht. 

Diesen Lösungsweg unterstützen unter anderem auch die Vertreter aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Italien und Spanien. 

Schweineproduktion

Die Schweineproduktion lebt schon über längere Zeit mit dem sogenannten Schweinezyklus. Das bedeutet konkret, einmal sind die Preise oben, dann wieder unten. Damit kann man sich bei normalen Rahmenbedingungen als Schweinebauer arrangieren.  Die permanent stattfindenden wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen, mit welchen man konfrontiert ist, vertreiben aber die heimischen Schweinehalter buchstäblich aus den Stallungen wie aus der Schweineproduktion.

 

Beispiel Schweinemast

Aktuell kann ein Schweinemäster beim Verkauf eines Mastschweines mit einem Ertrag von 5,-- bis 10,-- Euro je Tier rechnen. Mästet man 1.000 Schweine im Jahr, bleiben rund 5.000,-- bis 10.000,-- Euro! Davon soll man leben können? Will man ökonomisch überleben, muss man daher z.B.  drei Mastrunden im Jahr - a 1.000 Masttiere - umsetzen. Dann kann man mit 15.000 bis 30.000,-- Euro Jahreseinkommen als Bauernfamilie rechnen. Bei zwei  Arbeitskräften sind das 7.500,-- bis 15.000,-- Euro je Arbeitskraft. Bei vollem Risiko, denn keine Arbeitskraft darf ausfallen, es dürfen weder die Bauersleute noch die Tiere krank sein. Abgesehen davon, dass man bei den notwendigen mehr an Masttieren wieder als Agrarindustrie abgestempelt!

 

Beispiel Ferkelproduzent

Wer aktuell ein Ferkelerzeuger ist, der kann bei einem Ferkelpreis von rund 55,-- Euro je Ferkel zusperren. Damit man betrieblich eine schwarze Null schreibt, also nicht dazu zahlen muss würde man rund 65,-- Euro je Ferkel benötigen! Damit man ein Geld verdienen kann, braucht es ca. 80,-- Euro je Ferkel, damit unsere Strukturen für ein Überleben ausreichen!

 

Wie geht’s dem Mitbewerber z.B. in Deutschland?

Heimische Schweinebauern wundern sich nur mehr, wie beispielsweise die Betriebe in Holland oder Dänemark bei den schlechten Erzeugerpreisen noch weiter investieren bzw. wachsen können! Wer zahlt das?  In Deutschland ist die Situation so, dass man - egal wie groß das Projekt ist - zwischen 35% und 50% an Förderung bei einer Investition bekommt! Bei uns ist man mit rund 37.500,-- Euro gedeckelt. Dazu gibt es vielleicht noch einen AIK Kredit! 

 

Unsere Förderpolitik ist wie an diesem Beispiel sichtbar nicht imstande, dass man wettbewerbsfähig bleibt. Wenn man von einer gemeinsamen EU Agrarpolitik redet, dann muss man sich die Frage stellen, wieso es die deutschen Schweinehalter eine bessere Förderkulisse gibt, als für unsere Schweinebauern? Was wurde von unseren Agrarvertretern verschlafen?

 

10.000 Arbeitsplätze vernichtet? Nahversorgung vernichtet?

Es gibt also keinen fairen Wettbewerb. Die aktuelle Situation bedeutet, dass in den nächsten 10 Jahren ohne Korrektur die Schweinebauern in der Steiermark Geschichte sind. Die heimischen Schlachtbetriebe werden nur mehr mit Dumpingpreisen Tiere aus dem Ausland schlachten. 

Und wenn es schlecht ausgeht sind die Produzenten, die Schachthäuser und die Verarbeiter bald Geschichte. Wir reden dann von rund 10.000 vernichteten Arbeitsplätzen sowie einem Ende der Nahversorgung. Das ist keine bürgernahe Politik. Das ist Politik von Konzernen, denen egal ist was in den Regionen passiert!

 

 

Steuern und Lohnnebenkosten fressen die Erträge im Obst- und Gemüsebau auf!

 Existenzangst geht in den Betrieben um. Die Obstbauern und zum Teil jene der Gemüsebauern stöhnen unter den Dumpingpreisen für unsere Produkte, die unmittelbar durch importierte z. B. polnische Ware entsteht. Letztere wurden durch ein EU-Sonderprogramm subventioniert. Bei den hierzu erforder5lichen Entscheidungen auf EU-Ebene haben unsere Agrarvertreter tatenlos zugesehen und sich damit gegen essentielle wirtschaftliche Interessen Österreichs gestellt.

 

Auch die Rahmenbedingungen, die als Folgen des Klimawandels in unserer Landwirtschaft bestehen, werden ignoriert oder maximal zaghaft behandelt. Als wäre dafür Zeit ohne Ende gegeben. Doch Trockenheit, Dürre, Erosion und Überflutung fruchtbarer Landwirtschaftsflächen benötigen gute und schnelle Entscheidungen, denen auch nutzbringende Handlungen folgen müssen.

 

Vor diesem Hintergrund ist es beklemmend und alarmierend zugleich, das im Schuljahr 2015/2016 in der landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte Sylberberg nur mehr 4(!) neue Obstbauschüler ihre Ausbildung begonnen haben.

 

Der UBV fordert daher dringend: 

 

  • Eine steuerliche Senkung der Abgabenquote als sofort umzusetzendes „Erste-Hilfe-Programm“ zur Rettung und Stabilisierung unserer Obst- und Gemüsebetriebe
  • Eine sofortige Senkung der Lohnnebenkosten für Saisonarbeitskräfte
  • Ein sofortiges Maßnahmenpaket gegen Erosion, Überschwemmung, sowie Trockenheit und Dürre
  • Eine sofortige Erleichterung des Zugangs zur Ressource Wasser zum Zwecke der Beregnung bzw. Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen
  •  Eine sofortige Aufhebung aller Sanktionen gegen Russland durch Österreich als Vorreiter in der EU zu einer Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen.